Abendstern
31.03.07, 22:02
1. April
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Die Veneralien (römisch)
Dies ist das Fest der Venus ( für die Griechen: Aphrodite), der Göttin von Liebe und Tod, der Obsthaine, der Sexualität und der Gewässer dieser Welt. Dieser Feiertag scheint nur von Frauen begangen zu sein, die an diesem Tag das Anglitz der Göttin in Flüssen und Seen wuschen, ehe sie sie erneut mit kostbaren Edelsteinen und einem neuen langen Gewand schmückten. Die Frauen verbrannten Weihrauch für den Glücksaspekt der Göttin, um Liebe, leichte Geburten und Freude zu erbitten. Diese alte Beschreibung in Ovids >Fasti< zeigt, wie beliebt und verbreitet diese Praxis unter den Frauen war.
>Dann trockne ihren Hals und schenk ihr aufs neue die goldene Kette, dazu eine frisch erblühte Rose. Doch siehe, sie selbst will unter der grünen Myrrhe baden. Lerne, wie man Fortuna Virilis Weihrauch schenkt an jenem Ort, der nach warmen Wasser riecht. Alle Frauen entkleiden sich, wenn sie ihn betreten.... besänftigte sie mit Flehen, und Schönheit, Glück und Ruhm werden dir treu sein.<*
Es ist kein Zufall, dass der erste April mit seinen Scherzen von diesem höchst emotionalen und sinnlichen Feiertag abstammt. Macht nicht die Liebe selbst Könige (und Königinnen) zu Narren ? Seien wir ehrlich - Liebe ist der gemeinsame Nenner, das Gefühl, bei dem wir alle kuschen und entweder höchsten Ruhm erreichen oder in die tiefsten Abgründe der Lächerlichkeit stürzen, meist letzteres. Der Aprilscherztag stammt von diesem weiblichen Feiertag ab, an dem alle Arten von Dummheiten beging, um die Göttin zu ehren, und die Herrschaft der Liebe über die Logik feierte. Liebende tragen an diesem Tag einander sinnlose Aufgaben auf, um sich ihre Zuneigung und Ergebenheit zu beweisen.
*Ovid: Fasti (in der Übersetzung von Lawrence Durbin-Robertson) 4, S. 133.
2. April
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Kampf der Blumen (französisch)
Der Brauch des >Blumenkampfes< stammt aus Frankreich und entspricht der gleichen Albernheit, wie am Tag zuvor gefeiert wird. Man sucht die Person, in die man verliebt ist, und wirft ihm oder ihr eine Blume - eine Rose oder ein Gänseblümchen - auf das Herz. Wenn die Blume das Herz tatsächlich trifft, verliebt sich die Person ebenfalls. Man kann sich vorstellen, dass die romantisch Veranlagten an diesem Tag mit grossen Körben voller Blumen unterwegs sind, um im kommenden Jahr einen möglichst vollen Terminkalender zu haben.
3. und 4. April
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Die Megalisien (phrygisch/römisch)
Die Megalisien sind ein Fest der Grossen Mutter Kybele. Kybeles Verehrung war leidenschaftlich und und sexuell. Männer, die ihr zu Ehren Priester werden wollten, kastrierten sich, um der Göttin ähnlicher zu sein. Ich neige dazu, mir alle Männer, die heutzutage ihr Geschlecht wechseln, als Frauen vorzustellen. Sind sie die modernen Priester von Kybele, ohne es zu wissen ? Man nannte den Orden Attis, nach Kybeles Sohn und Geliebten, dem ersten dieser kastrierten Männer.
Für die Frauen ist es heute ein weiterer Muttertag, der der Grossen Mutter gewidmet ist, der magna mater, der Schöpferin alles Dinge, Götter und Menschen. Doch statt dabei an Mama als die Köchin und Versorgerin zu denken, ehrt man die sexuelle Mutter, deren Triebe neues Leben erzeugen. Man feiert sie in Tänzen, Spielen, Ritualen und Festen.
Ovid berischtet uns in seinen >Fasti<, wie man zu seiner Zeit die Megalisien beging:
>Sogleich hebt die berecynthinische Flöte an, und man stösst ins gebeugte Horn, und das Fest der Idaeischen Mutter beginnt.... Die Göttin selbst wird geboren unter lautem Heulen in der Stadt. Auf der Bühne wird es laut, die Spiele rufen. Auf die Plätze, Quiriten, lasst den Streit um die Frauen in den niederen Höfen. Ich möchte veile Fragen stellen, fürchte aber den schrillen Zimbelklang und den bohrenden Ton der gebeugten Flöten.<
Dann zitiert er die Göttin Erato:
>Kybele schenkte Göttern das Leben. Die Stadt schenkt ihren Eltern Raum, und die Mutter nimmt den ersten Rang ein.<*
Mit welcher Zeremonie könnte man sich in der heutigen Zeit dieser wilden, verblüffenden Göttin nähern ? Heutzutage ist Sexualität so gefährlich, dass ich keinem raten würde, sich an den Priesterinnen und Priestern ein Beispiel zu nehmen, die tage- und nächtelang wilde, religiöse Orgien feierten. Doch stellen wir uns eine Welt vor, in der Sexualität immer noch als ein Geschenk des Lebens gilt, und versuchen wir, darüber zu meditieren. Wir könnten doch ein lebhaftes, schönes Fest veranstalten, mit Volkstänzen und gutem Essen und Trinken. Kybele würde das begreifen.
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*Ovid: Fasti (Übers. Durbin-Robertson) 4, S.179
5. April
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Kwan - Yin - Fest (chinesisch/japanisch)
Man feiert an diesem Tag das Fest von Kwan Yin, der Göttin der Gnade, in Japan auch als Kwannon bekannt. Dieser Grossen Mutter Chinas wird an diesem Tag Weihrauch geopfert, und man besucht ihren Schrein. Als <Mutter, die Kinder bringt< verkörpert Kwann Yin alles Weibliche im Universum. Sie sitzt auf einem Lotusthron und blickt versunken auf das goldene Gefäss ihres eigenen Schosses, der die gesamte Welt gebar.
Dieser Tag wird der Göttin der Toleranz und der Gnade gewidmet. Das ist eine gelassenere Version des gleichen Gedankes: weibliche Sexualität als lebensspendende Kraft im asiatischen Stil. Denke daran, wie wichtig es ist, gesunde Kinder zu gebären. Wie oft haben wir Kinder mit Geburtsschäden oder einer schwachen Konstitution ? Wir müssen uns heute stärker als je zuvor an diesen wunderbaren, grossen Geist wenden, der unsere Zukunft sichert.
Das folgende ist eine wahre Geschichte über Kwan Yin. In China lebten einst eine Mutter und ihre Tochter, und das Kind erkrankte an einer schweren Lungenentzündung. Alle üblichen Medikamente versagten, und schliesslich ging die Mutter zum Schrein von Kwan Yin und bat das Orakel um Rat. Zu ihrer Überraschung antwortete ein Stimme: >Erzähl deine Geschichte dem ersten Mann, dem du auf dem Heimweg begegnest.< Die Mutter ging zurück und traf auf dem Weg einen jungen Arzt aus dem Westen, der gerade mit der ersten Sendung Penicillin angekommen war. Sie erzählte ihm ihre Geschichte. Er folgte ihr in ihr Haus, gab der Tochter das Penicillin, und sie wurde wieder gesund. Diese Tochter hat mir die Geschichte selbst erzählt - bei der Göttin-Konferanz in Santa Cruz.
L.G
*Sternchen
3896311433
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Die Veneralien (römisch)
Dies ist das Fest der Venus ( für die Griechen: Aphrodite), der Göttin von Liebe und Tod, der Obsthaine, der Sexualität und der Gewässer dieser Welt. Dieser Feiertag scheint nur von Frauen begangen zu sein, die an diesem Tag das Anglitz der Göttin in Flüssen und Seen wuschen, ehe sie sie erneut mit kostbaren Edelsteinen und einem neuen langen Gewand schmückten. Die Frauen verbrannten Weihrauch für den Glücksaspekt der Göttin, um Liebe, leichte Geburten und Freude zu erbitten. Diese alte Beschreibung in Ovids >Fasti< zeigt, wie beliebt und verbreitet diese Praxis unter den Frauen war.
>Dann trockne ihren Hals und schenk ihr aufs neue die goldene Kette, dazu eine frisch erblühte Rose. Doch siehe, sie selbst will unter der grünen Myrrhe baden. Lerne, wie man Fortuna Virilis Weihrauch schenkt an jenem Ort, der nach warmen Wasser riecht. Alle Frauen entkleiden sich, wenn sie ihn betreten.... besänftigte sie mit Flehen, und Schönheit, Glück und Ruhm werden dir treu sein.<*
Es ist kein Zufall, dass der erste April mit seinen Scherzen von diesem höchst emotionalen und sinnlichen Feiertag abstammt. Macht nicht die Liebe selbst Könige (und Königinnen) zu Narren ? Seien wir ehrlich - Liebe ist der gemeinsame Nenner, das Gefühl, bei dem wir alle kuschen und entweder höchsten Ruhm erreichen oder in die tiefsten Abgründe der Lächerlichkeit stürzen, meist letzteres. Der Aprilscherztag stammt von diesem weiblichen Feiertag ab, an dem alle Arten von Dummheiten beging, um die Göttin zu ehren, und die Herrschaft der Liebe über die Logik feierte. Liebende tragen an diesem Tag einander sinnlose Aufgaben auf, um sich ihre Zuneigung und Ergebenheit zu beweisen.
*Ovid: Fasti (in der Übersetzung von Lawrence Durbin-Robertson) 4, S. 133.
2. April
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Kampf der Blumen (französisch)
Der Brauch des >Blumenkampfes< stammt aus Frankreich und entspricht der gleichen Albernheit, wie am Tag zuvor gefeiert wird. Man sucht die Person, in die man verliebt ist, und wirft ihm oder ihr eine Blume - eine Rose oder ein Gänseblümchen - auf das Herz. Wenn die Blume das Herz tatsächlich trifft, verliebt sich die Person ebenfalls. Man kann sich vorstellen, dass die romantisch Veranlagten an diesem Tag mit grossen Körben voller Blumen unterwegs sind, um im kommenden Jahr einen möglichst vollen Terminkalender zu haben.
3. und 4. April
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Die Megalisien (phrygisch/römisch)
Die Megalisien sind ein Fest der Grossen Mutter Kybele. Kybeles Verehrung war leidenschaftlich und und sexuell. Männer, die ihr zu Ehren Priester werden wollten, kastrierten sich, um der Göttin ähnlicher zu sein. Ich neige dazu, mir alle Männer, die heutzutage ihr Geschlecht wechseln, als Frauen vorzustellen. Sind sie die modernen Priester von Kybele, ohne es zu wissen ? Man nannte den Orden Attis, nach Kybeles Sohn und Geliebten, dem ersten dieser kastrierten Männer.
Für die Frauen ist es heute ein weiterer Muttertag, der der Grossen Mutter gewidmet ist, der magna mater, der Schöpferin alles Dinge, Götter und Menschen. Doch statt dabei an Mama als die Köchin und Versorgerin zu denken, ehrt man die sexuelle Mutter, deren Triebe neues Leben erzeugen. Man feiert sie in Tänzen, Spielen, Ritualen und Festen.
Ovid berischtet uns in seinen >Fasti<, wie man zu seiner Zeit die Megalisien beging:
>Sogleich hebt die berecynthinische Flöte an, und man stösst ins gebeugte Horn, und das Fest der Idaeischen Mutter beginnt.... Die Göttin selbst wird geboren unter lautem Heulen in der Stadt. Auf der Bühne wird es laut, die Spiele rufen. Auf die Plätze, Quiriten, lasst den Streit um die Frauen in den niederen Höfen. Ich möchte veile Fragen stellen, fürchte aber den schrillen Zimbelklang und den bohrenden Ton der gebeugten Flöten.<
Dann zitiert er die Göttin Erato:
>Kybele schenkte Göttern das Leben. Die Stadt schenkt ihren Eltern Raum, und die Mutter nimmt den ersten Rang ein.<*
Mit welcher Zeremonie könnte man sich in der heutigen Zeit dieser wilden, verblüffenden Göttin nähern ? Heutzutage ist Sexualität so gefährlich, dass ich keinem raten würde, sich an den Priesterinnen und Priestern ein Beispiel zu nehmen, die tage- und nächtelang wilde, religiöse Orgien feierten. Doch stellen wir uns eine Welt vor, in der Sexualität immer noch als ein Geschenk des Lebens gilt, und versuchen wir, darüber zu meditieren. Wir könnten doch ein lebhaftes, schönes Fest veranstalten, mit Volkstänzen und gutem Essen und Trinken. Kybele würde das begreifen.
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*Ovid: Fasti (Übers. Durbin-Robertson) 4, S.179
5. April
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Kwan - Yin - Fest (chinesisch/japanisch)
Man feiert an diesem Tag das Fest von Kwan Yin, der Göttin der Gnade, in Japan auch als Kwannon bekannt. Dieser Grossen Mutter Chinas wird an diesem Tag Weihrauch geopfert, und man besucht ihren Schrein. Als <Mutter, die Kinder bringt< verkörpert Kwann Yin alles Weibliche im Universum. Sie sitzt auf einem Lotusthron und blickt versunken auf das goldene Gefäss ihres eigenen Schosses, der die gesamte Welt gebar.
Dieser Tag wird der Göttin der Toleranz und der Gnade gewidmet. Das ist eine gelassenere Version des gleichen Gedankes: weibliche Sexualität als lebensspendende Kraft im asiatischen Stil. Denke daran, wie wichtig es ist, gesunde Kinder zu gebären. Wie oft haben wir Kinder mit Geburtsschäden oder einer schwachen Konstitution ? Wir müssen uns heute stärker als je zuvor an diesen wunderbaren, grossen Geist wenden, der unsere Zukunft sichert.
Das folgende ist eine wahre Geschichte über Kwan Yin. In China lebten einst eine Mutter und ihre Tochter, und das Kind erkrankte an einer schweren Lungenentzündung. Alle üblichen Medikamente versagten, und schliesslich ging die Mutter zum Schrein von Kwan Yin und bat das Orakel um Rat. Zu ihrer Überraschung antwortete ein Stimme: >Erzähl deine Geschichte dem ersten Mann, dem du auf dem Heimweg begegnest.< Die Mutter ging zurück und traf auf dem Weg einen jungen Arzt aus dem Westen, der gerade mit der ersten Sendung Penicillin angekommen war. Sie erzählte ihm ihre Geschichte. Er folgte ihr in ihr Haus, gab der Tochter das Penicillin, und sie wurde wieder gesund. Diese Tochter hat mir die Geschichte selbst erzählt - bei der Göttin-Konferanz in Santa Cruz.
L.G
*Sternchen
3896311433