Abendstern
22.11.06, 19:45
Dezember
Es spricht die Göttin:
Lucina
Du zitterst ja bei deinem Gang durch Schnee und Eis !
Hast du Angst vor dem Regen, weil er Erkältung und Husten mit sich bringt ? Ach, ihr armen Seelen ! Wie sehr ihr mich braucht, eure Sonnengöttin Lucina ! Mein Volk in Schweden hat mich schon seit sechs Monaten nicht mehr gesehn. Ungeduldig wartet man auf das Fest meiner Wiedergeburt. Dann tragen die kleinen Mädchen weisse Brautgewänder und Kränze aus Immergrün mit Kerzen auf dem Kopf - nach meinem eigenen Entwurf. Im Morgengrauen verteilen sie Kuchen und Schnaps auf den Strassen, und in den Herzen der Menschen ertönen Lieder, die mich und meinen Winterfrieden preisen. Mir gefallen diese Festlichkeiten im Dezember, denn für einen so jungen Körper mit jungen Gedanken bin ich zu einsam. Auch ich sehne mich nach Menschenwärme und danach, dass die Tage wieder länger werden.
Da ! Bald komme ich wieder, du kleiner zitternder Wintervogel. Du singst ja schon, weil du weisst, wie zuverlässig ich wiederkehre. Mein Geburtstag ist die Wintersonnenwende : Man hat mir zwar diesen Festtag genommen, aber all meine Symbole sind noch vorhanden. Der Weihnachtsbaum war einmal mein Baum des Lebens, die Stechpalme mein Symbol der Wiedergeburt. Sie ist natürlich immergrün, denn auch im Tod erblüht das Leben weiter. Und die Engel und Sterne oben auf dem Baum ? Hast du dich als Kind auch immer so darüber gefreut ? Es ist der Stern der Feenkönigin, die ihren Zauber in die endlich wieder heller werdende Welt bringt. Auch die Mistel ist natürlich mein Symbol. Der Goldene Zweig ist meine Medizin fürs Herz, aber auch für die Lebenslust, weil ich das Leben heilige. Singen und Feiern sind alte heidnische Bräuche, die schon lange gepflegt wurden, ehe man meine Tempel zerstörte, ehe man mich für einen Mann erklärte, einen gefallenen Engel Namens Luzifer. Aber es gibt Orte in der Welt, in der diese Geschichten keinen Fuss fassen konnten, und mein Name ist immer noch der gleiche, wie du siehst.
Betrachte mich in meiner vollen königlichen Pracht. Ich trage eine Krone aus immergrünen Zweigen mit weissen Kerzen - acht an die Zahl, die die kommenden Festtage darstellen (Tagundnachtgleiche, Sonnenwende und die Höhepunkte dazwischen). Ich, die Göttin der Sonne, werde dir die Wiedergeburt bringen. Die Blumen im Schloss der Erde sind einsam ohne mich, die Früchte sind erst blosse Gedanken der Bäume. Aber ich werde kommen und sie wieder köstlich reifen lassen. Ich werde die Hungrigen füttern und die Haut der Blassen bräunen. Ich werde meine Lichtzauber wirken und Schatten erzeugen und euch alle segnen, auch das noch unsichtbare, schlummernde Korn.
L.G
*Sternchen
3896311433
Es spricht die Göttin:
Lucina
Du zitterst ja bei deinem Gang durch Schnee und Eis !
Hast du Angst vor dem Regen, weil er Erkältung und Husten mit sich bringt ? Ach, ihr armen Seelen ! Wie sehr ihr mich braucht, eure Sonnengöttin Lucina ! Mein Volk in Schweden hat mich schon seit sechs Monaten nicht mehr gesehn. Ungeduldig wartet man auf das Fest meiner Wiedergeburt. Dann tragen die kleinen Mädchen weisse Brautgewänder und Kränze aus Immergrün mit Kerzen auf dem Kopf - nach meinem eigenen Entwurf. Im Morgengrauen verteilen sie Kuchen und Schnaps auf den Strassen, und in den Herzen der Menschen ertönen Lieder, die mich und meinen Winterfrieden preisen. Mir gefallen diese Festlichkeiten im Dezember, denn für einen so jungen Körper mit jungen Gedanken bin ich zu einsam. Auch ich sehne mich nach Menschenwärme und danach, dass die Tage wieder länger werden.
Da ! Bald komme ich wieder, du kleiner zitternder Wintervogel. Du singst ja schon, weil du weisst, wie zuverlässig ich wiederkehre. Mein Geburtstag ist die Wintersonnenwende : Man hat mir zwar diesen Festtag genommen, aber all meine Symbole sind noch vorhanden. Der Weihnachtsbaum war einmal mein Baum des Lebens, die Stechpalme mein Symbol der Wiedergeburt. Sie ist natürlich immergrün, denn auch im Tod erblüht das Leben weiter. Und die Engel und Sterne oben auf dem Baum ? Hast du dich als Kind auch immer so darüber gefreut ? Es ist der Stern der Feenkönigin, die ihren Zauber in die endlich wieder heller werdende Welt bringt. Auch die Mistel ist natürlich mein Symbol. Der Goldene Zweig ist meine Medizin fürs Herz, aber auch für die Lebenslust, weil ich das Leben heilige. Singen und Feiern sind alte heidnische Bräuche, die schon lange gepflegt wurden, ehe man meine Tempel zerstörte, ehe man mich für einen Mann erklärte, einen gefallenen Engel Namens Luzifer. Aber es gibt Orte in der Welt, in der diese Geschichten keinen Fuss fassen konnten, und mein Name ist immer noch der gleiche, wie du siehst.
Betrachte mich in meiner vollen königlichen Pracht. Ich trage eine Krone aus immergrünen Zweigen mit weissen Kerzen - acht an die Zahl, die die kommenden Festtage darstellen (Tagundnachtgleiche, Sonnenwende und die Höhepunkte dazwischen). Ich, die Göttin der Sonne, werde dir die Wiedergeburt bringen. Die Blumen im Schloss der Erde sind einsam ohne mich, die Früchte sind erst blosse Gedanken der Bäume. Aber ich werde kommen und sie wieder köstlich reifen lassen. Ich werde die Hungrigen füttern und die Haut der Blassen bräunen. Ich werde meine Lichtzauber wirken und Schatten erzeugen und euch alle segnen, auch das noch unsichtbare, schlummernde Korn.
L.G
*Sternchen
3896311433