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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Synästhesie



woelfi
18.09.03, 05:56
Zum Glück bin ich nicht wirklich mit Synästhesie geschlagen, aber ich entdecke immer wieder Ansätze dazu:

So sind für mich folgende Beziehungen glasklar:

2-> gelb

4-> blau

3-> grün

7-> lila

Und zwar entsteht das daher, dass sich für mich die Verbindung zwischen gelb und blau (Primärfarben, freundlich, ruhig, langweilig) genauso anfühlt wie die Verbindung zwischen 2 und 4 (gerade, langweilig...).
3 und 7 sind mit Aberglaube und Hexerei assoziiert, grün und violett ebenfalls. Außerdem bilden grün und violett zusammen eine stimmungsvolle Farbkombination, 3 und 7 Verbinden sich zur 10.

Gerade Zahlen haben Primärfarben, ungerade Sekundärfarben.

Würde ich der Logik folgen, die das System oben anbietet, müßte die 6 rot sein. Dummerweise empfinde ich sie eher als blassgrün. Aber das ist mein persönliches Problem ;),
meine Frage ist: Kennt irgendjemand auch so etwas? Die klare Assoziation von Dingen, die nun wirklich nichts miteinander zu tun haben?

Und sieht darin irgendwer einen Sinn, außer mir *g*?

Und nein, ich war vollkommen nüchtern zu jener Zeit als mir das auffiel :lol: , da war ich nämlich noch recht klein...

grüßlis

Mela
18.09.03, 16:27
Interessantes Thema!!
Habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht wieso das so ist aber als Kind habe ich meine Mitmenschen oft mit Farben und Zahlen in Verbindung gebracht, zu jedem meiner Bekannten, Nachbarn und Freunden gehörte damals eine bestimmte Farbe und eine Zahl.

tenshi no zenkai
20.09.03, 19:08
hey, noch ein(e) synästhetiker(in) :D

auch wenn du nur zahlen farbig siehst, hast du trotzdem synästhetische fähigkeiten. es ist halt bei jedem synästhetiker anders. manche fühlen geschmäcker, andere sehen töne.

ich bin mehr der zahlen und buchstabenmensch. aber es kam auch schon vor, dass ich töne gesehen und farben und töne geschmeckt habe.
gefühle sehen kommt auch schonmal vor.

Juwel
20.09.03, 23:07
Ach... das ist NICHT normal... ich dachte das wäre einfach eine Verknüpfung und absolut handelsüblich bei Menschen....
*kopfkratz* Juwel

woelfi
22.09.03, 10:25
auch wenn du nur zahlen farbig siehst, hast du trotzdem synästhetische fähigkeiten. es ist halt bei jedem synästhetiker anders. manche fühlen geschmäcker, andere sehen töne.


Jetzt wo Dus sagst fällt mir noch was ein: Körperliche Empfindungen beschreib ich gerne mal mit "hellblau und irgendwie krümlig" hihi. Ich verkneife mir solche Beschreibungen allerdings beim Arzt *gg*.

S scheint ja recht verbreitet zu sein... hat das jeder Mensch oder nur einige? Weiß jemand ne Prozentzahl? Ist das überhaupt schon mal erforscht worden was das soll?

grüßlinge

Rine
22.09.03, 11:18
Hi woelfi,

ich habe folgendenden Artikel aus dem Internet (dem Berliner Journalistenbüro):

Synästhetiker nutzen ein individuelles „Lexikon“, um einen Sinneseindruck in einen anderen zu übersetzen - zum Beispiel ein Geräusch in eine Farbe. Dieses Lexikon bleibt für die meisten unter ihnen das ganze Leben lang unverändert. Darauf weist auch das Experiment einer Forschergruppe um den Psychologen Simon Baron-Cohen von der Universität Cambridge hin: Die Wissenschaftler lasen Synästhetikern Buchstaben, Worte und Sätze vor, die sie farbig beschreiben sollten. Ein Jahr später assoziierten etwa 9 von 10 Testpersonen exakt die gleichen Farben mit den vorgegebenen Begriffen.

Insgesamt haben nur etwa zwei von 1000 Menschen synästhetische Fähigkeiten. Die meisten sind sogenannte „genuine“ Synästhetiker, deren inneres „Lexikon“ sich nie ändert. Nur wenige Synästhetiker zählen zu den sogenannten „Gefühlssynästhetikern“. Sie haben nach Stimmungslage wechselnde Sinneseindrücke.

Das Phänomen „Synästhesie“ ist seit beinahe 300 Jahren bekannt. Jedoch erst in den achtziger Jahren begannen sich Neurologen für die Sinnesvermischungen zu interessieren. Der Pionier der Synästhesie-Forschung ist der Washingtoner Neurologe Richard Cytowic. Sein Interesse erwachte, als er auf einem Empfang dem Maler Michael Watson begegnete. Das Brathähnchen habe nicht genügend Spitzen und schmecke fast kugelig, mäkelte der Künstler. „Wie in Händen gehalten“ konnte er diese Formen fühlen. Michael Watson wurde Cytowics erster Proband. Insgesamt untersuchte der Neurologe mehr als 60 Synästhetiker und brachte seine Erkenntnisse in dem Buch „Farben hören, Töne schmecken“, zu Papier: Cytowic kam zu dem Schluß, dass Watsons Gabe, Geschmäcker zu fühlen, vergleichsweise selten war. Die häufigste Form der Synästhesie ist das „Farbenhören“. Synästhetiker sind meistens Frauen und häufig Linkshänder. Ihre mathematischen Begabungen und ihr Orientierungssinn, so Cytowic, sind eher schwach ausgeprägt. Dafür haben sie ein ausgezeichnetes Gedächtnis.

Liebe Grüße

Rine
:wink:

Juwel
22.09.03, 12:00
Ihre mathematischen Begabungen und ihr Orientierungssinn, so Cytowic, sind eher schwach ausgeprägt. Dafür haben sie ein ausgezeichnetes Gedächtnis.



ahhhh.... das erklärt doch einiges!!! :lol:
Juwel

tigi
22.09.03, 15:49
S scheint ja recht verbreitet zu sein... hat das jeder Mensch oder nur einige? Weiß jemand ne Prozentzahl? Ist das überhaupt schon mal erforscht worden was das soll?
Isses wohl - ich zitier auch mal was, das ich dazu gefunden habe:

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Synästhesie
Man schätzt, daß sich bei jedem 2000. Menschen die Sinne überschneiden: Sie riechen, wenn sie etwas ansehen, oder sie hören, wenn sie eigentlich sehen ("Farbenhören"). Das Wort Synästhesie ist abgeleitet von den altgriechischen Wörtern syn und aisthesis, laut Duden die "Miterregung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen". Synästhesie ist ein zusätzlicher Kanal der Wahrnehmung. Manche Synästhetiker können Buchstaben fühlen, andere können Töne in bunten Farben sehen. Die meisten sehen Texte und Zahlen in Farbe. Manchen erscheint die zusätzliche Information wie auf einem Bildschirm vor Augen, bei anderen findet sie im Kopf statt. Besonders aufschlußreich ist der Fall des russischen Komponisten Alexandr Skrjabin, der schon um die Jahrhundertwende versuchte, seine synästhetischen Erfahrungen dem Publikum zu vermitteln. Seine Symphonie "Prométhée" enthält eine Partitur für ein sogenanntes Lichtklavier, das Töne in Farben und Formen übersetzen sollte.

Das Gehirn interpretiert
Das Gehirn bildet die Außenwelt nicht einfach ab, wie das ein Fotoapparat oder ein Tonbandgerät tut. Es interpretiert die Signale von außen und setzt daraus eine ganz persönliche Welt zusammen. Aus den Signalen der Außenwelt wird also eine Innenwelt geschaffen, und sehr oft haben beide Dinge nur wenig miteinander zu tun. Unsere Nervenzellen erschaffen nicht nur ein Abbild, sondern bewerten es auch. So kann das Bild einer roten Rose unwillkürlich den Duft der Blume in uns aufsteigen lassen, vielleicht auch die zärtliche Erinnerung an eine große Liebe. All das geschieht, ohne daß davon etwas in unser Bewußtsein dringt. Der amerikanische Neurophysiologe Benjamin Libet fand heraus, daß das Bewußtsein etwa eine halbe Sekunde hinter den Aktivitäten des Gehirns hinterherhinkt. Wenn unser Bewußtsein glaubt, eine Entscheidung zu fällen, hat unser Gehirn schon längst alle Informationen der Außenwelt analysiert, bewertet und sich zurechtgelegt, was es mit diesen Informationen anfangen will. All das, was wir davon nicht merken sollen, wird vom Gehirn herausgefiltert.

Erklärungen zur Synästhesie
Es kann sein, daß bei Synästhetikern die Informations- und Wahrnehmungsfilter durchlässiger sind als bei der Mehrzahl der Menschen. Doch diese These ist umstritten, die Ergebnisse eines Tierexperiments scheinen sie jedoch eher zu stützen: Werden Nervenbahnen nämlich in einer frühen Entwicklungsphase falsch verschaltet, so kann ein Tier sogar mit dem Hörzentrum des Gehirns sehen. Mriganka Sur und seine Arbeitsgruppe vom MIT leiteten bei neugeborenen Frettchen die vom Auge kommenden Nerven in das Hörzentrum um. Unter dem Einfluß der vom Auge kommenden Reize bildeten sich Nervenzellen aus, die in typischer Weise optische Eindrücke verarbeiten. Allein die Qualität des einlaufenden Signals, so folgern die Forscher, entscheidet über die Funktion eines speziellen Hirnteils.

Der britische Neurologe Simon Baron-Cohen glaubt, daß im Gehirn von Synästhetikern eine ungewöhnliche Verdrahtung existiert.

Aktuelle PET- und fMRI-Studien zeigen, daß Synästhetiker auch eine aktive Sehrinde haben, wenn sie etwas hören. Manches spricht dafür, daß Synästhesie genetische Ursachen hat. Von 26 Synästhetikern, die an der Universität Cambridge untersucht wurden, hatten die Mehrzahl nahe Verwandte, bei denen das Phänomen ebenfalls auftrat. Auffällig ist auch: Über achtzig Prozent aller Synästhetiker sind Frauen; der Anteil homosexueller Männer und Frauen scheint überproportional hoch zu sein. Allerdings leiden alle Studien darunter, daß bisher vergleichsweise wenige Menschen untersucht werden konnten. Auch "normale" Menschen können unter Drogen synästhetische Erlebnisse haben.

Angela Bode

(c) 2000 Westdeutscher Rundfunk Sendedatum: 20.06.2000
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tigi http://www.smiliemania.de/smilie/00000332.gif

woelfi
22.09.03, 19:14
Naja, dann kann ich mich ja noch glücklich schätzen, dass ich das nur wahrnehme, wenn ich mich darauf konzentriere. Wenn die Erbsen unwiderruflich nach singender Säge klingen-schmecken ist das sicher auf Dauer belastend *g*


Wenn unser Bewußtsein glaubt, eine Entscheidung zu fällen, hat unser Gehirn schon längst alle Informationen der Außenwelt analysiert, bewertet und sich zurechtgelegt, was es mit diesen Informationen anfangen will. All das, was wir davon nicht merken sollen, wird vom Gehirn herausgefiltert.

Ömm, das hab ich schon früher gehört, und das dreht mir jedesmal aufs neue den Magen um, denn wenn man das zu Ende denkt, so erlebt das Bewußtsein ein Leben lang nur ein Theaterstück, sieht sich einen Film an. Hat zumindest null nada nix Einflussmöglichkeiten *schauder* :shock:

grüßlinge

Anonymous
22.09.03, 20:43
oh je,


Ihre mathematischen Begabungen und ihr Orientierungssinn, so Cytowic, sind eher schwach ausgeprägt.

Ja, ja leider alles davon - und Synästhetiker bin ich auch nicht :cry:

Aber zum Glück - das mit dem Gedächtnis stimmt :D -

kaylee

tenshi no zenkai
25.09.03, 12:55
lol, ich bin zwar synästhetiker, habe aber ein gedächtnis, wie ein sieb. nur zahlen gehen gut von der rolle, wenn ich sie mir bewusst farbig merke. aber zumindest kann ich auch unbewusst eingeprägten zahlen, wenigsten mindestens eine ziffer (die farblich dominanteste) wiedergeben.

meine mathematischen fähigkeiten sind auch nciht besonders gut.. :p


ich hab das ganze übrigens von meiner Mutter geerbt. Die meisten der männlichen Synästhetiker, haben es vererbt bekommen.

Anonymous
29.09.03, 16:45
Das ist ja mal ein spannendes Thema...
Und ich hab mich schon immer gefragt, warum meine Mutter mir als kleines Kind unbedingt entlocken wollte, welche Farbe bei mir die 1 hat...
Scheinbar bin ich keine Synästhetikerin, aber meine Mutter und meine Oma streiten sich mit Begeisterung, welche Farbe denn nun welche Zahl hat. Scheinbar hab ichs nicht geerbt, oder vielleicht nur in anderer Form?
Ist mir jedenfalls noch nicht bewußt aufgefallen... Eigentlich schade, würd mich schon interessieren.
Licht und Liebe von
Lydea

woelfi
30.09.03, 15:28
Scheinbar hab ichs nicht geerbt, oder vielleicht nur in anderer Form?
Ist mir jedenfalls noch nicht bewußt aufgefallen... Eigentlich schade, würd mich schon interessieren.


Hallo Lydea,

mich springt es auch nicht so direkt an, dass ich es immer wahrnehmen würde. Aber versuch einfach mal, wenn Du etwas wahrnimmst (egal was, Ton, Geschmack, Schmerz, Berührung...) zu deinem inneren Auge und Ohr zu gehen und sie zu aktivieren. Und vielleicht sondern sie ja doch was ab, und du hast nur noch nie drauf geachtet *g*. Außerdem muß nicht jede Zahl eine Farbe haben. Der 1, 5, 8 könnt ich so mit Bestimmheit auch keine zuordnen, s iss halt alles irgendsowas von rot bis braun, aber wurscht *gg*. Schau mal, ob Du Empfindungen Farben zuordnen kannst, ich glaube, dass das mit am einfachsten ist.
Es scheint, dass Der Filter zwischen den Sinnen von ganz zu bis ganz auf viele Zwischenstufen annehmen kann. Vielleicht isser ja bei Dir nur fast ganz zu und du mußt gut drauf achten.
Ich bin froh, nicht zu denen zu gehören, die ihr Eis nicht mehr essen können, weil sie bei der Stimme der Verkäuferin Pech und Schwefel aus Ihrem Mund stürzen sehen... Das iss sicher nervig im Alltag *g*

grüßlinge
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