PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schicksal?



Melkor
17.10.04, 20:07
Ist alles voherbestimmt?
Oder ist das nur einer der Zahlreichen Ilusionen, deren wir bedürfen, wenn wir Dinge nicht erklären können?
Sind wird fähig die Zukunft zu ändern? Dem Schicksal zu trotten?

Was ist Eure Meinung zum Schicksalsprinzip?

Freue mich auf interessante Denkanstösse :)

PS: hab Nach einem Thread "Schicksal" gesucht...... keine erfolge (nur zur Info)

nereid88
17.10.04, 20:15
Also erstmal: Ich hab ein halbes Jahr mit meinem Musiklehrer genau über dieses Thema philosophiert, ob alles determiniert ist, oder ob nicht-ohne Ergebnis...Aber hier mal meine Meinung: Es gibt natürlich ein Schicksal, das uns so gemacht hat, wie wir sind. Die Welt, diese unglaublich komplexe Welt, die, wäre nur eine Komponente in ihrer Entstehung, eine klitzekleine, anders gewesen, nicht entstanden wäre, kann einfach nicht auf Zufall basieren. Andererseits, wenn alles vorherbestimmt wäre, ALLES, dann wären wir ja nur willenlose Marionetten, dann hätte unsre Existenz keinen Sinn. Doch wo beginnt das Schicksal und wo der Zufall? Ich denke, dass immer verschiedene Wege zu ein und dem selben Ziel führen. Das Ziel wird dann während des Weges bestimmt. Ich denke, dass es viele Zufälle gibt, aber nur so viele, dass das Universum in sich stabil bleibt...ich schreibe meine Gedanken so auf, wie sie grad kommen...hoffentlich ist das Kauderwelsch verständlich... :oops:

Juwel
18.10.04, 00:06
Als ich noch ganz klein war, habe ich mir das Leben vorgestellt wie ein Spiel, das wir damals (zweite Klasse oder so) in Mathe gemacht haben:

Du suchst dir eine Zahl aus..... dadurch wird festgelegt auf welchem Feld du anfangen musst (ZB bei der Zahl 4 auf dem Feld gerade Zahlen kleiner als 10). Somit landete man schon in einer bestimmten Ecke des Spielfeldes. (Zufall oder Schicksal??) Dann kam man immer auf Felder, auf denen man Zahlen addieren/subtrahieren/multiplizieren/dividieren musste, wodurch man ja wiederum eine Zahl erhielt, mit der man auf Scheidewege kam (ist diese neue Zahl gerade/ungerade/ größer als X/ kleiner als Y/ eine Primzahl) und somit wieder zu neuen Rechenaufgaben....

Ich dachte mir damals: Ach.... so funktioniert wohl in etwa das Leben.... du wirst irgendwo hinein geboren.... der Krempel ist dann dein Ausgangszahl - da stehst du gleich in einer bestimmten Ecke im Leben.
Dann passieren irgendwelche Sachen (Schicksal/Schicksalsschläge - ob nun positiv oder negativ), mit denen du klar kommen musst und die Entscheidungen erfordern - und ja nachdem WIE du dich entscheidest, kommst du wiederum auf Wege, auf denen bestimmte Ereignisse auf dich warten, auf die du nicht getroffen wärest, hättest du dich zuvor anders entschieden.

Auf diese Art ist das Ganze nicht so fatalistisch, da man durch seine Entscheidungen zu seinem Weg beiträgt, jedoch muss man sich schon seinem Schicksal stellen, da man ja ansonsten nicht weiter kommt.

War das halbwegs nachvollziehbar?
Juwel

viviane
18.10.04, 07:56
Ich glaube an Karma, was bedeutet, dass wir mit jedem Schritt, mit jedem Gedanken, mit all unserem Sein zu jeder Minute unser Schicksal selbst bestimmen, welches sich im sog. Schicksal dann manifestiert. Dies bedeutet allerdings auch, dass man beim Erkennen und Abarbeiten seiner Lebensaufgaben seinen Lebensweg zu jeder Zeit ändern kann, aber auch, dass wir alle selbst die Verantwortung für uns übernehmen müssen. Der schwierigste Teil daran ist jedoch, dann zu erkennen, dass alles, was uns im Leben widerfährt, eine Reaktion auf unser voriges Handeln ist, was bedeutet, dass alles so kommt, wie wir es ausgelöst haben -auch die für uns schlimmen Ereignisse oder Lebensumstände.

Lg,
Viviane

Melkor
19.10.04, 12:01
So ... veruche mal meine Ansichten darzulegen.

Edit: das ist jetzt mein 4. ansatz. Ich sge einfach mal eine these und jeder soll bitte sich selber einpaar Gedanken darüber zu machen. Und die bitte äussern :wink:

"Du bist nicht hier, weil du nicht weisst wie du dich entscheiden sollst, nein. Du hast dich schon entschieden, aber du weisst nicht, WARUM du dich so entschieden hast! Du suchst nach der Antwort, dabei ist sie schon längst IN dir........."


Gruss Melkor

Estrella
19.10.04, 14:20
@viviane

"sich ganz und gar deiner Meinung anschließt" -und noch anmerkt, dass man genau deßhalb sehr gut auf seine Taten achten soll. Denn man muss für alles die Verantwortung übernehmen. Wir sind es, die mit ihrem Handeln und ihren Gedanken Abläufe in Gang setzen und Kräfte lenken.

Wobei die äußeren Einflüsse schon viel im Leben ausmachen. Aber jetzt "das Schicksal" für sein Leben verantwortlich zu machen - nönö gilt nicht.

Ich denke mal es heißt nicht umsonst: Nimm Dein Schicksal in die Hand!

Tja, soviel zu meiner unmaßgeblichen Meinung :wink:

Estrella

viviane
19.10.04, 20:07
....hm, zu diesen Sätzen kann ich obiges eigentlich nur nochmal wiederholen - ich denke schon, dass auch dieses - zumindest für mich - diese Aussagen beantwortet.

admenbun
21.10.04, 18:47
Also ich habe mir nun echt überlegt wie ich meine Meinung beschreiben kann das es nicht zu lange und Komplieziert ist.

Ein wissenschaftler fand an hand einiger experimente im Makrokosmus herraus das Materie also die Teilchen schon wissen welchen schritt sie als nächstes gehen.
Damit wir menschen es sehen brauchen wir Hilfsmittel er nahm einen Würfel. Als er ihn warf war den teilchen schon klar auf welcher seite sie liegen bleiben würden ohne das der Würfel den Grund berührt hatt.
So ehnlich denke ich ist es bei Kartelegen, Pendel oder auch beim Wiccaboard. Im grunde wissen wir schon also unsere Teilchen was Passieren wird, wir brauchen nur sichtbares Material um es zu begreifen und es zu sehen.
Nun ist es so das einige Jahre später herausgefunden wurde das Teilchen im Makrokosmus zusammenarbeiten. das eine weiß was das andere Tut, sie können sich untereinander verständigen und wissen bescheid. geht der eine nach links wird dies der andere auch tun.
Kommt ein teilchen nicht duch die Türe ( das war das experiment) bleibt das andere auch stehen.
So also das ist denke ich auch so bei uns, wenn es vorbestimmt ist dann nur bis zu einen gewissen grad, wenn wir etwas tun dan wissen wir oder bzw unsere Teilchen schon was passieren wird. Sie müßen sich darauf einstellen.
Was auch dann wiederrum ein um auf mein Zweites beispiel einzugehen. dazu führt das man die Zukunft "vorhersagen" kann.
Vielleicht giebt es auch eine welt oder vielleicht einen Zeitraum der etwas zurück liegt es geschieht das gleiche wie hier nur zeitversetzt und die Teilchen verständigen sich untereinander-
Theorieren über Theorien wer weiß schon was wirklich stimmt. :D

Melkor
22.10.04, 19:31
ich habe mich schon oft gefragt ob gewisse dinge in meinem leben schicksale oder zufälle sind.ich bin nie wirklich auf einen punkt gekommen...
ist beides überhaupt möglich? Beides zugleich?
jeden tag entscheiden winzige dinge über den verlauf eines lebens.
ob handlungen oder einfach entscheidungen die wir treffen.

wenn ich mich verlaufen habe und an einer kreuzung stehe und überlege ob ich jetz nach links oder rechts gehe...
vielleicht treffe ich, wenn ich rechts gehe jemand der in irgendeiner art und weise mein leben verändert,den ich zufällig nach dem weg frage...

die faulheit die einen packt wenn man am abend auf dem sofa liegt und mit sich selber kämpft weil man nochmal mit dem hund raus muss...
vielleicht entscheidet sich dein leben ob du gleich aufstehst anstatt noch 15min zu warten...vielleicht treffe ich draussen jemand der mich ausraubt.

ich gehe nicht jeden tag auf die strasse und frage mich was passiert wenn ich wo lang gehe...genauso sitze ich nicht abend noch 10min länger zuhaus weil ich angst habe überfallen zu werden...

einige menschen haben wirklich schwere autounfälle und steigen unverletzt aus dem auto wieder aus...wo jeder arzt sich fragt wie das jemand überleben konnte...

so wie auch viele aus verschiedenen grünen einen flug nicht antreten...und im nachhinein diese maschine abstürzt.

man sagt zum beispiel: "jeder ist seines eigenen glückes schmied!"
da ist was dran auf jeden fall...aber das heißt auch das es kein schicksal gibt!
kann es überhaupt zufälle geben?ich meine das wären ja wirkungen ohne ursachen!oder ist das alles eine glaubensfrage?

hab auch was noch was sehr interessantes gefunden über determinismus:

Determinismus

Determinismus (von lateinisch: determinare abgrenzen, bestimmen) ist eine philosophische Denkrichtung, die davon ausgeht,
alle Ereignisse liefen nach vorher festgelegten Gesetzen ab.
Deterministen vertreten die Meinung, dass bei bekannten Naturgesetzen und bekanntem Anfangszustand der weitere
Ablauf aller Ereignisse prinzipiell vorausberechenbar sei. Es gibt verschiedene Varianten des Determinismus, die mehr
oder minder streng die Vorausberechenbarkeit aller Ereignisse vertreten.
Eine wichtige Einteilung des Determinismus ist folgende Unterscheidung
allgemeiner Determinismus: Das ganze Weltgeschehen läuft deterministisch ab. Es gibt keinen echten Zufall.
persönlicher Determinismus: Der Mensch ist in seinem Willen durch äußere oder innere Ursachen vorherbestimmt und nicht frei.
Es gibt keinen freien Willen. Nicht mit dem Determinismus verwechselt werden sollte die Kausalität, welche besagt, dass
gegenwärtige Ereignisse nur von vergangenen Ereignissen beeinflusst werden können. So ist z.B. die Quantenmechanik nach der
üblichen Interpretation zwar kausal, aber nicht deterministisch (wegen des Zufallselements bei Messungen).
Auch in der Religion und Theologie spielt der Determinismus eine gewisse Rolle, da in der christlichen Vorstellung von Gott,
dieser in seiner Allmacht alles vorherbestimmt, so dass es keinen echten freien Willen seiner Menschenkinder geben kann.

kana
23.10.04, 17:19
Hi,

Dazu ein freies Zitat von Vir Khoto (Babylon 5), das ich hier sehr passend finde:

Das Universum besteht aus zahlreichen Strömungen und Wirbeln, in denen wir treiben. Manche Strömungen bringen uns vorwärts, in denen muss man sich treiben lassen, andere bringen Schwierigkeiten und Probleme, gegen die muss man ankämpfen. Das Problem ist, die Strömungen von einander zu unterscheiden, die gegen die man ankämpft sind die, die uns weiterbringen, und die, denen man folgt, sind die, die Schwierigkeiten und Probleme bringen.

Meine persönliche Schicksalsdefinition sieht so aus:

Das Universum besteht aus einem (fast) unsichtbaren Netzwerk aus Fäden, und zu jedem Zeitpunkt kann ich einem Faden dieses Netzes folgen oder eben einem anderen. Manchmal verspinnen sich die Fäden, oder es gibt stärkere und schwächere Fäden, manchmal laufen sie in einem Knoten zusammen, oder es gibt Scheidepunkte, wo es in verschiedene Richtungen geht. Jede Entscheidung jedes einzelnen Menschen zieht an einem Faden und verändert so das gesamte Netzwerk.

Viele magische Vorhersagemethoden können dieses Netzwerk zum jetzigen Zeitpunkt aufzeigen, d.h. was würde passieren, wenn ich an diesem Faden ziehe oder an dem anderen, welche Auswirkungen hätte eine Entscheidung, was muss ich beachten,... Doch was ich dann draus mache und an welchen Fäden andere ziehen, ergibt sich erst hinterher.

Deterministisch - ja, sofern der Zeitpunkt konstant ist, könnte man das Netz in irgend einer Form darstellen. Doch die Veränderungen des Netzes sind nicht deterministisch, und somit auch nicht unser Leben!

LG Kana

Cweorthwen
25.10.04, 13:08
Moin!

Also wenn ich die Frage so wie sie da steht beantworten müßte, müßte ich sagen: nichts davon.

Ich bin sicher, daß es keine Zufälle gibt - das heißt für mich aber nicht, daß alles Schicksal ist (denn Schicksal heißt für mich vorherbestimmt und somit unabwendbar), sondern daß alles seinen GRUND hat - nämlich den Lerneffekt - womit wir wieder beim Karma wären.

Schicksal würde für mich bedeuten, daß man nichts mehr in der Hand hat, alles kommt wie es kommen muß - dann müßte man sich ja aber auch nicht mehr für irgendwas ins Zeug legen, man könnte sich bequem zurücklehnen, weil das ganze Abstrampeln ja doch zu nichts führen würde, was nicht sowieso vorbestimmt ist....

Mein bester Freund hat es so beschrieben, wie ich finde sehr passend, weil einfach ausgedrückt: wenn man das Leben als großen Baum sieht und unten an den Wurzeln anfängt sich in die Krone vorzuarbeiten, gibt es bestimmte Wege, die vorgegeben sind - den Stamm zum Beispiel muß man auf jeden Fall hinauf - aber dann gibt es verschiedene Gabelungen und es ist einem selbst überlassen, auf welchem Ast man weiter nach oben klettert. Und manchmal muß man wohl auch ein bißchen wieder zurückklettern, weil man feststellt, daß man auf dem eingeschlagenen Weg nicht weiter nach oben kommt.
Und von mir noch dazu: Das Ziel ist die Krone, von dort aus hat man den Überblick über den ganzen Wald....

Nachdenklichen Gruß von
Cweorthwen